+++ Der mögliche Einstieg in die Saison 2020/21 und die Herausforderungen an die Spieltechnik +++

Details LIebe MuRus,
leider können wir euch immer noch nicht sagen, wann und wie es im Handball weitergeht. Fest steht, dass die aktuell gültigen Beschränkungen wegen der Corona-Krise weder vernünftigen Trainings- noch Spielbetrieb zulassen. Der Präsident des Pfälzer Handball Verbandes, Ulf Meyhöfer, hat im aktuellen Mitteilungsblatt sehr gut die Herausforderungen an die Verantwortlichen des Verbandes und der Vereine sowie die Überlegungen zu einem Wiedereinstieg in den Sport beschrieben. Diesen Artikel wollen wir euch nicht vorenthalten:

In den letzten Wochen war eine Person im PfHV besonders gefordert. Verantwortlich für die Organisation des Spielbetriebes auf Ebene des PfHV ist der Vizepräsident Spieltechnik Josef Lerch. Er zeichnet verantwortlich für die Koordination des Spielbetriebes im PfHV, er vertritt den PfHV im Bereich Spieltechnik gegenüber DHB und der Oberliga RPS, er erarbeitet und stimmt die Ausschreibungen für das jeweilige Spieljahr ab und er koordiniert alle Spielleitenden Stellen im PfHV. Er wird unterstützt durch den Spielausschuss, diesem obliegt die Planung, Durchführung und Überwachung des Spielbetriebes in Zusammenarbeit mit dem Jugendausschuss und dem Schiedsrichterausschuss. Der Spielausschuss führt die den Spielbetrieb betreffenden Beschlüsse des Verbandstages und des Präsidiums aus. Er ist zuständig für die Einteilung der Spielklassen und den Erlass der Durchführungsbestimmungen.Josef Lerch als Staffelleiter der Oberliga RPS der Männer gehört auch dem Spielausschuss der
Oberliga RPS an, er war somit an den Entscheidungen der Oberliga RPS zum Spieljahr 2020/21 ganz dicht dran. Diese Entscheidungen waren eine wichtige Grundlage für die nun aktuell vorgelegte Saisonplanung 2020/21 im PfHV. Das Spieljahr 2020/21 wird allerdings auch sehr stark durch die Entwicklung rund um Corona geprägt. Auch wenn inzwischen bereits wieder Sport in Hallen stattfinden kann, sind die meisten Sport- und insbesondere Schulsport-hallen nach Vorgabe der Kreise, Städte und Kommunen bis auf Weiteres geschlossen. Trotz der DHB–Initiative, gerade die Schulsporthallen während der Sommerferien zu öffnen, wird es wohl bei dieser Vorgabe in der Pfalz bleiben. Die meisten Vereine im PfHV haben somit wohl erst ab Mitte August die Chance, mit dem Hallentraining zu beginnen. Wie ein derartiges Hallentraining aussehen darf, bestimmt dann die entsprechende „Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz“. Heftig diskutiert wird bereits aktuell der Umgang mit unserem Sportgerät dem Ball: Darf
der Ball gepasst, geprellt oder gar schon auf ein Tor mit Torwart geworfen werden? Stand heute muss jede(r) Spieler(in) einen eigenen Ball dabei haben und dieser ist auch entsprechend der Hygienevorgabe zu „behandeln“.
Eine Saisonplanung ist vergleichbar mit Glaskugel lesen. Glaskugel lesen ist eine uralte Technik, mit der ein Blick in die Vergangenheit, in die Gegenwart und in die Zukunft geworfen werden kann. Die Glaskugel als Übertragungsmedium, mit dessen Hilfe innere Erfahrungen ins Bewusstsein befördert und zu einem Bild verfestigt werden können. Auf dieser Basis ist es möglich, aktuelle Probleme mit neuen Augen zu sehen und in einen größeren Zusammenhang zu stellen. So kann man sich derzeit sehr gut die neue Aufgabe eines Spieltechnikers vorstellen oder beschreiben. Wir haben so, mit Josef zusammen, verschiedene Szenarien für eine Spielrunde 2020/21 entwickelt. Zunächst hoffen wir mit der Oberliga RPS Anfang Oktober starten zu dürfen, das bedeutet aber auch, dass Mitte August normales Handballtraining in der Halle für alle Vereine möglich sein muss. Sechs Wochen Training sind nach dann über 5 Monaten Handballpause zwingend erforderlich, ansonsten riskieren wir unabhängig der Spielklasse und
des sportlichen Niveaus ein extrem hohes Verletzungsrisiko.
Das heißt im Jugendbereich wird eine gewohnte Qualifikationsrunde terminlich extrem schwierig, fast unmöglich. Die an dieser Stelle bereits erwähnten und diskutierten Setzlisten kommen dann doch aus dieser Not heraus zum Einsatz. Bereits aktuell mussten wir für die Meldungen der Jugend Handball Bundesliga Setzlisten im Bereich der Oberliga RPS bemühen –Meldeschluss der JHBL war seitens des DHB der 15. Juni, bis dahin war absolut kein Handballspiel möglich.
Wenn wir tatsächlich am 3. Oktober den Spielbetrieb starten können, wäre eine komplette Spielrunde mit Hin- und Rückspielen möglich, die größten Staffeln sind im PfHV die Pfalzliga und die Verbandsliga Männer mit insgesamt 14 Mannschaften. Sollte sich der Spielbetrieb wegen der Vorgaben durch die Politik jedoch weiter verzögern, müssen wir alle gemeinsam sehr flexibel über alternative Formen der Durchführung der Spielrunde entscheiden.
Der PfHV und seine interne Planung bleibt offen für alle weitgehend sportlich gerechten
Szenarien (Einfachrunde, Teilung der Staffeln in Gruppen mit eventueller Playoff-Runde oder einem Final4, …). Das Ziel aller ist eine sportliche Entscheidung bzgl. Auf- und Absteiger in der kommenden Saison 2020/21. Wichtig sind auch die Rahmenbedingungen, d.h. sind Zuschauer zugelassen oder nicht. Die Eintrittsgelder und auch die Gastronomie an Heimspieltagen sind für die meisten Vereine wesentlicher Bestandteil der Budgetplanung.
Hinzu kommt, dass die Sporthallen 2020/21 inzwischen nicht nur für den Sport interessant sind, Politik und Kultur haben für ihre Veranstaltungsangebote/-anforderungen bereits ihren Bedarf angemeldet, somit wird es auch in Bezug auf Hallenkapazitäten große Engpässe geben. Flexibilität und Solidarität werden besonders wichtig, wir haben einige Vereine mit vereinseigener Halle, eventuell muss man sogar hierüber ungenutzte Kapazitäten in Anspruch nehmen. Talentförderung, Stützpunkttraining, Auswahltraining, Landesauswahl, DHBSichtungen,
… werden auch versuchen, trotz Corona zu ihrem Recht zu kommen.
Und was auch niemand bislang so richtig einordnen kann, ist das Thema Mitgliederentwicklung. Gerade in den Kinder- und Jugendmannschaften könnten Austritte sich auch auf Abmeldungen von Mannschaften auswirken. All diese Dinge muss ein Spieltechniker beachten und auf dem Radar haben.
Im Grunde haben die Spieltechniker seit dem Abbruch der Spielrunde 2019/20 kein freies
Wochenende gehabt und teilweise durch Abstimmungen mit allen Gremien und Verbänden eine durchschnittliche 40 – 60 Stundenwoche, auch um allen Anfragen der Vereine gerecht zu werden. So nebenbei wurden Spieltechniker auch zu IT- und Kommunikationsexperten, die ganzen Abstimmungen wurden kurzfristig als Video- und/oder Telefonkonferenz angeboten.
Die Kommunikation in der vertrauter Runde gestaltete sich nun ganz plötzlich über den
häuslichen PC aufwendiger und schwieriger. Genaues Zuhören und eine intensive Vorbereitung ist gefordert, damit die gewünschten Ergebnisse in geeigneter Form am Ende vorliegen.
Ein schönes Gefühl, wenn man sich als Präsident auf so tolle Mitstreiter wie Josef Lerch verlassen kann. Josef hat zusätzlich auch seinen möglichen Nachfolger in dieser herausfordernden Rolle im PfHV eingearbeitet. Pascal Schnurr hat sich bereits intensiv mit der Bandbreite der Spieltechnik auseinandergesetzt, zusätzlich seine ausgeprägte IT-Expertise mit eingebracht und so dazu beigetragen, dass wir gut auf alle Eventualitäten vorbereitet sind.
Ich hoffe, diese Zeilen tragen auch dazu bei, Entscheidungen, die vielleicht aus der Vereinssicht kritisch oder gar negativ gesehen werden, nochmals zu überdenken.
Ich jedenfalls habe Hochachtung und Respekt vor unseren Spieltechnikern.


[ Ulf Meyhöfer, MB 11.6.2020 ]

   

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